AUSGEWÄHLTE WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT
Externe Veröffentlichung — nicht von ECDLR veröffentlicht.
Diese Seite enthält eine unabhängige redaktionelle Einordnung von ECDLR zu einer extern veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit sowie einen Link zur Originalquelle.
Autorin
Prof. Dr. Katharina de la Durantaye
Institution
Humboldt-Universität zu Berlin, Juristische Fakultät
Originalveröffentlichung
Katharina de la Durantaye, „Garbage In, Garbage Out“ – Die Regulierung generativer KI durch Urheberrecht, Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht (ZUM) 10/2023, S. 645–660.
Eine deutschsprachige Fassung der Arbeit ist auch über SSRN verfügbar.
ECDLR-Einordnung
Die Frage, ob urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Zustimmung der Rechteinhaber zum Training generativer KI-Systeme verwendet werden dürfen, gehört zu den zentralen Konfliktfeldern des gegenwärtigen Urheberrechts. Katharina de la Durantaye untersucht diese Problematik aus einer europäischen und rechtsvergleichenden Perspektive und verbindet die urheberrechtliche Diskussion mit Fragen der Innovations- und Wettbewerbspolitik.
Im Mittelpunkt steht insbesondere das Verhältnis zwischen den unionsrechtlichen Schranken für Text und Data Mining und der Nutzung geschützter Inhalte für das Training generativer KI. Während die Debatte in den USA stark durch die Auswirkungen des Urheberrechts auf Innovation und Wettbewerb geprägt ist, stehen in der Europäischen Union nach Auffassung der Autorin vor allem konkrete Rechtsanwendungsprobleme und daraus abgeleitete regulatorische Forderungen der Rechteinhaber im Vordergrund.
De la Durantaye warnt zugleich davor, zusätzliche urheberrechtliche Verpflichtungen für KI-Anbieter isoliert zu betrachten. Eine zu weitgehende Regulierung könne bestehende Marktkonzentrationen verstärken und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen KI-Standorts beeinträchtigen. Besonders bemerkenswert ist ihre These, dass das geltende Urheberrecht sogar mit den produktsicherheitsrechtlichen Zielsetzungen der europäischen KI-Regulierung in Konflikt geraten könne.
Für ECDLR ist der Beitrag vor allem deshalb relevant, weil er die Diskussion nicht auf die technische Frage reduziert, ob Training unter eine bestehende TDM-Schranke fällt. Vielmehr stellt er die grundlegendere Frage, welche Rolle das Urheberrecht bei der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gestaltung generativer KI überhaupt einnehmen soll. Damit verbindet die Arbeit Urheberrecht, KI-Regulierung, Innovationspolitik und Wettbewerbsfragen in einer Weise, die für die weitere europäische Diskussion von besonderer Bedeutung bleibt.
Schlagwörter
Generative KI · Urheberrecht · Text und Data Mining · TDM · AI Act · Innovation · Wettbewerb · EU-Recht
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SSRN – „Garbage In, Garbage Out“
Featured Scholar
Prof. Dr. Katharina de la Durantaye
Humboldt-Universität zu Berlin
Forschungsschwerpunkte: Urheberrecht, Informationsrecht, digitale Technologien, generative KI